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Klimawandel: die Armen in Asien werden besonders leiden

Gerade die Länder Asiens und Ozeaniens wird der Klimawandel besonders schlimm treffen. Mehr Wirbelstürme, Malaria, Trinkwassermangel und Hunger werden die Folge sein. Am schlimmsten betroffen sind die Armen. Das zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung PIK und der Asiatischen Entwicklungsbank ADB.

Aufgrund des Temperaturanstieges könnte die Ernte des wichtigsten Grundnahrungsmittels Reis um die Hälfte fallen; sinkendes Angebot und steigende Preise würden zu mehr Hunger führen. In der Region leben zwei Drittel der Armen der Welt. „Die Länder tragen das höchste Risiko, tiefer in Armut und Katastrophen zu versinken“, sagt Bambang Susantono, Vizepräsident der Entwicklungsbank. „Die globale Klimakrise ist mit Sicherheit die größte Herausforderung, mit der die menschliche Zivilisation im 21. Jahrhundert konfrontiert ist. Und Asien und Ozeanien stehen dabei im Mittelpunkt.“

Bereits jetzt führen extreme Klimaereignisse in vielen Ländern zu Schäden, die mehr als ein Prozent der Wirtschaftsleistung kosten – und viele Todesopfer. Selbst bei einem Anstieg der Temperaturen auf zwei Grad werden die Folgen schwerwiegend sein. „Vier Grad Temperaturerhöhung würde zu humanitären Katastrophen und nicht mehr zu handhabenden Flüchtlingsströmen führen“, sagt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK. Wenn nicht schnell und radikal gehandelt wird, wird die Temperatur allerdings zum Ende des Jahrhunderts in Asien im Durchschnitt um 6 Grad höher liegen. Länder wie Afghanistan, Pakistan und der Nordwesten Chinas müssen sogar mit 8 Grad rechnen.

Es ist also höchste Zeit zu handeln. Auf der nächsten Weltklimakonferenz haben die Regierungen der Welt die Möglichkeit dazu.

 

Sommer im März

Wunderbare Frühlingstage – nur etwas zu früh

Warmes und sonniges Wetter – so macht der Frühling Spaß! Genau genommen sind es schon Sommertage: schon Ende März (31.3.) wurden an 21 Wetterstationen 25 Grad und mehr gemessen, in Offenburg waren es sogar 25,6 Grad. Ab 25 Grad sprechen die Meteorologen von einem „Sommertag“. Mit diesen Extremen und der hohen Durchschnittstemperatur war 2017 der wärmste März seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen – also seit 1881.

Die ersten Frühlingsblumen blühen schon

Während vielen Menschen klar ist, dass das etwas mit dem beginnenden Klimawandel zu tun haben könnte, werden munter Fakten geschaffen: der neue US-Präsident Donald Trump hat Klimaschutzgesetze seines Vorgängers Obama rückgängig gemacht. US-Kohlekraftwerke können jetzt wieder mehr klimaschädliches CO2 ausstoßen. Energie muss lt. Trump billig sein – für den Dreck zahlen ja erst spätere Generationen. Und natürlich die Armen der Welt, durch rapide Umweltveränderungen.

Dabei ist es weder teuer noch kompliziert, verantwortlich zu handeln. Und jeder kann es tun: z.B. zu einem Ökostrom-Versorger wechseln. Denn auch mit Erneuerbaren Energien gehen die Lichter nicht aus.

 

Schnee-Chaos abgesagt – 1 Grad zu warm

Welchen Unterschied schon geringe Temperaturschwankungen machen können, war heute im Rheinland zu bestaunen: das angekündigte Schnee-Chaos blieb aus, die Unwetter-Warnungen blieben folgenlos – weil es ein Grad wärmer war als berechnet. Deshalb gab es nur Schneeregen statt der befürchteten 30 cm Neuschnee. Glück gehabt?

Ein Grad Temperaturabweichung, das ist in Zeiten des Klimawandels ein Klacks. Aktuell gibt es im Polar-Meer weniger Eis als je zuvor – weil es am Nordpol trotz der Finsternis der anbrechenden Polarnacht satte 20 Grad wärmer ist als gewöhnlich ist: „Crazy“, meint der „Spiegel“. Unter dem Titel „Nichts zu leugnen“ weist das Magazin darauf hin, daß sich die Natur nicht an die Klimaskepsis der (neuen) politischen Eliten hält. Die Konsequenz sei klar: „Niemand sollte sich einreden lassen, Fakten seien eine Glaubensfrage.“ Schließlich können wir alle den Klimawandel auch bei uns schon spüren – wenn wir nur wollen.

Dann müssen wir nur noch handeln…

Indien: alles ist relativ – auch das Klima…

Gerne rühmt sich Indien, dass sein CO2-Ausstoß pro Kopf relativ gering ist – zumindest noch. Und es stimmt: die CO2-Emissionen liegen unter zwei Tonnen pro Jahr. Die meisten Industriestaaten liegen weit über dieser Menge – Deutschland z.B. fünf mal höher als Indien. Deutschland liegt auch noch mehr als ein Drittel über dem Niveau Chinas.

Aber: das niedrigere Niveau in Indien wird durch die schiere Masse des Landes ausgeglichen. Und so ist das Land inzwischen der drittgrößte CO2-Emittent der Welt – nach China und den USA.

Das zeigt ein Dilemma von Klimapolitik und Klimawandel: Skeptiker von ambitionierten Klimazielen der EU und des Westens fordern, dass jetzt erst mal die Schwellenländer an der Reihe seien. Das stimmt – und greift doch zu kurz. Weder Verantwortung noch Treibhausgase lassen sich hin- und herschieben; denn die Klima-Gase wirken weltweit. Und seit 1992 in Rio de Janeiro beschlossen wurde, im Rahmen der Klimarahmenkonvention die Treibhausgase zu reduzieren, werden faktisch 50 Prozent mehr in die Atmosphäre gepustet. Es wurden also nicht nur 20 Jahre vergeudet; in dieser Zeit ist es noch schlimmer geworden.

Die Dramatik der Entwicklungen scheint vielen immer noch nicht klar zu sein…

Weltklimarat fordert schnelles Handeln

In seinem neuen Bericht fordert der Weltklimarat IPCC die Staaten zum schnellen Handeln auf. Der Druck nimmt zu – aber es gibt auch eine gute Nachricht: noch sind die Klima-Ziele erreichbar.

Wenn das international vereinbarte Ziel von maximal 2 Grad Temperaturzunahme im Vergleich zur vorindustriellen Zeit eingehalten werden soll, muß jetzt gehandelt werden. Um 0,85 Grad ist die Temperatur bereits angestiegen; von der maximalen Menge CO2, die das Zwei-Grad-Ziel gerade noch realistisch macht, wurden seit der Industrialisierung bereits zwei Drittel emittiert. Das ließ bereits den Meeresspiegel um 19 cm ansteigen. Die Emissionen müßten deshalb schnell und drastisch zurück gefahren werden.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon stellte resigniert fest: „Die Zeit läuft gegen uns“. Allerdings sei es auch ein „unbelegter Mythos“, dass der erforderliche Kampf gegen den Klimawandel zu teuer sei.

Klimawandel bedroht Fortschritte gegen den Hunger

Der Klimawandel bedroht die Ernährungssicherheit von Millionen von Menschen. Außerdem sind die Fortschritte, die in der Bekämpfung des Hungers erreicht wurden, gefährdet. Das belegt eine neue Studie der Universitäten Bonn und Reading (UK), die im renommierten Fachjournal Science erschienen ist.

Von den weltweit sieben Milliarden Menschen sind aktuell ca. zwei Milliarden von Hunger und Mangelernährung betroffen. Der Anteil der Hungernden hat sich seit 1990 von 23 auf 15 Prozent reduziert. „Seit dem Jahr 2007 hat sich diese insgesamt positivere Entwicklung aber wieder abgeschwächt“, sagt Prof. Dr. Joachim von Braun vom Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn. Als Ursachen sieht er unter anderen steigende Nahrungspreise, Finanzkrisen und extreme Klimaereignisse. Sein Kollege Prof. Dr. Tim Wheeler aus Reading ergänzt:  „Die Regionen der Welt, die schon jetzt besonders von Ernährungsunsicherheit betroffen sind, werden durch Dürren und vermehrte Extrem-Wetterlagen zusätzlich belastet.“ Zu solchen Risikogebieten zählten etwa das südliche Afrika und Südasien.

Studie: Climate Change Impacts on Global Food Security, „Science“, DOI: 10.1126/science.1239402, August 2013

Klimawandel: Zögern kostet viel Geld

Wenn der Kampf gegen den Klimawandel weiter aufgeschoben wird, steigen die Kosten dramatisch an. Schon ein Aufschub der notwendigen Anpassungen um ein oder zwei Jahrzehnte kann die erforderlichen Kosten verdreifachen, schreibt das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einer neuen Studie. Wenn erst nach 2030 gehandelt wird, kostet das in den darauf folgenden zehn Jahren 7 Prozent des globalen Wirtschaftswachstums – verglichen mit mit 2 Prozent, falls die gleichen Minderungsziele bereits 2015 in einer Klimavereinbarung getroffen werden. Damit wären die kurzfristigen Auswirkungen des verzögerten Handels etwa so groß wie die Wirkungen der weltweiten Finanzkrise, unter der viele Länder immer noch stöhnen.

Auch ökonomisch lohnt es sich deshalb, den erforderlichen globalen Klimavertrag bis 2015 abzuschließen. Unter diesen „Kyoto 2“ Regelungen werden sich nicht nur die Industrie-Staaten, sondern auch Entwicklungs- und Schwellenländer zu Emissionsminderung verpflichten müssen, um die in Gang gekommene Erderwärmung unter 2 Grad zu halten. Je später klimapolische Maßnahmen ergriffen werden, desto schneller (und  mit entsprechend höheren Kosten) müssten die Emissionen verringert werden. „Klimapolitisches Zaudern“, so Studienautor Gunnar Luderer, koste viel Geld.

Bereits heute muss sich die Welt auf Grund der CO2-Emissionen der Vergangenheit auf 1,7 Grad globaler Erwärmung einstellen, betonen die Wissenschaftler. Eine Verzögerung bei der Treibhausgas-Reduktion um zwei Jahrzehnte würde die Untergrenze erreichbarer Klimaziele um 0,4 Grad anheben.

Quelle: www.pik-potsdam.de, Studie „Verzögerte Klimapolitik könnte kurzfristige Vermeidungskosten verdreifachen“ vom 12.9.2013

 

Alarmzeichen des Klimawandels in 2012

Auch ohne neue globale Hitzerekorde war das Jahr 2012 geprägt vom sich weiter verschärfenden Klimawandel

Obwohl 2012 „nur“ das neuntwärmste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen 1850 war, ist dies kein Zeichen für eine Pause im Klimawandel. Denn der globale Temperaturdurchschnitt lag 2012 um 0,45 Grad höher als der langfristige Durchschnitt von 1961 bis 1990. Außerdem war 2012 das 27. Jahr in ununterbrochener Folge mit  überdurchschnittlich hohen Temperaturen. Das berichtet die World Meterological Organisation WMO.

Nach Angaben der Wissenschaftler sei wegen der natürlichen Schwankungen im Klimageschehen nicht zu erwarten, dass der Mittelwert der globalen Temperaturen von Jahr zu Jahr steige – dazu sei der Einfluss von Phänomenen wie El Nino, Vulkanausbrüchen etc. auf das Wettergeschehen zu berücksichtigen. Entscheidend sei jedoch, dass die Erde inzwischen wesentlich wärmer sei als noch vor einigen Jahrzehnten – und das sei ein „beunruhigendes Zeichen“, so Michel Jarraud, Generalsekretär der WMO.

Weitere Alarmzeichen sehen die Wissenschaftler in rapiden Rückgang des arktischen Meereises. Im August und September 2012 lag es nur noch bei 4,17 Millionen Quadratkilometern – und damit um 18 Prozent unter dem bisherigen Minus-Rekord von 2007. Auch Extremereignisse wie die Dürre in den USA oder besonders verheerende Überschwemmungen in Pakistan hätten zugenommen. Diese Verschärfung der Wetter- und Klimaereignisse werde „zunehmend durch den Klimawandel geprägt“, sagte Jarraud: „Der Klimawandel verschärft die natürliche Klimavariabilität.“

 

2012 war eines der zehn wärmsten Jahre

Der Klimawandel macht keine Pause: auch das abgelaufene Jahr 2012 gehört zu den zehn wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Das geht aus einem Statusbericht „State of the Climate in 2012“ hervor, den 384 Wissenschaftler aus 52 Ländern unter der Leitung des Nationalen Ozeanografischen und Atmosphärischen Institutes NOAA der US-Regierung hervor. Die US-Studie stellt fest, Für die USA und Argentinien war 2012 das heisseste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen; die Arktis erwärmte sich doppelt so schnell wie andere Regionen, während in der See Antarktis noch nie so viele Eisberge schwammen (als Folge kollabierender Eisschelfe und abbrechender Gletscher). Entsprechend stiegen auch die Meeresspiegel auf Rekordwerte. Derweil nahm die Konzentration des Treibhausgases CO2 auf Spitzenwerte zu; so wurden in 2012 erstmals Werte über 400 ppm gemessen, sogar an einigen Stationen in der Arktis.

Der Report der internationalen Wissenschaftler der US-Behörde steht damit im Gegensatz zu den sog. Klimaskeptikern und auch Berichten von Medien, nach denen der Klimawandel quasi „Pause“ machen würde – woraus implizit abgeleitet wurde, dass der Kampf gegen Klimawandel sei überflüssig.

 

http://www.climate.gov/news-features/understanding-climate/state-climate-2012-highlights

Klimawandel ist „public enemy No. 1“

Der beginnende Klimawandel ist das größte Hindernis für die Beseitigung der extremen Armut. Das betonte die Vorsitzende der UN-Organisation für Katastrophenabwehr, Margareta Wahlström, am 6. Juni 2013 in Genf bei der Vorstellung eines Arbeitsgruppenberichts des United Nations Office for Disaster Risc Reduction UNISDR.

Der Bericht mit dem Titel „A New Global Partnership: Eradicate Poverty and Transform Economies through Sustainable Development“ beschreibt den Kontext einer Welt mit 1,2 Mrd. Menschen, denen nur 1 Prozent aller Ressourcen zur Verfügung steht, während die reichste Milliarde Menschen über 72 % der Ressourcen verbrauchen. Der Klimawandel sei dabei derjenige Trend ist, der entscheidet, ob das Ziel der Beseitigung extremer Armut erreicht werden kann.

http://www.unisdr.org/archive/33474